Lösungsorientierte systemische Beratung: Aufstellungen mit Tierfiguren

Das Wichtigste in Kürze:

  • Tierfiguren-Aufstellungen sind eine kreative Methode aus der systemischen Beratung, um Beziehungen, innere Anteile oder Konflikte mit emotionalem Abstand sichtbar zu machen.
  • Tiere haben in unserer Sprache eine symbolische Bedeutung (z.B. „stark wie ein Löwe", „sanft wie ein Lamm") – diese nutzen wir, um komplexe Dynamiken greifbar darzustellen.
  • Die Methode eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur Klärung schwieriger Beziehungen, auffälligen Verhaltens oder psychosomatischer Symptome.
  • Besonderheit: Auch bei bewusster Auswahl der Figuren zeigt sich oft Unbewusstes – was überraschende Erkenntnisse ermöglicht.

Warum arbeiten wir mit Tierfiguren in der systemischen Beratung?

Tiere nehmen in unserem Sprachgebrauch eine wichtige Stellung ein, weil wir uns Menschen gern mit tierischen Eigenschaften beschreiben. Gemeinsam haben wir eine mehr oder weniger genaue Vorstellung davon, über welche Eigenschaften und Fähigkeiten ein Tier verfügt.

Ein Beispiel: Wenn man jemanden ständig mit Löwengebrüll als „dummes Schaf" beschimpft, wird diese Person irgendwann mucksmäuschenstill, legt sich ein dickes Bärenfell zu oder wird stachelig wie ein Igel. Diese bildhafte Sprache macht deutlich, wie sehr Tiere als Symbole für Verhaltensweisen, Gefühle und Beziehungsmuster dienen.

Wie funktioniert die Aufstellungsarbeit mit Tierfiguren?

Die Aufstellungsarbeit mit Tierfiguren ist eine Methode aus der systemischen Beratung und Therapie. Ob Familienmitglieder, innere Persönlichkeitsanteile oder Gefühle in Konfliktsituationen: In Tieren können wir unsere Beziehungen mit gutem emotionalen Abstand sichtbar machen und neue Lösungsprozesse anstoßen.

Sie wählen aus einer Sammlung von Tierfiguren diejenigen aus, die für Sie bestimmte Personen, Gefühle oder Aspekte einer Situation repräsentieren. Anschließend stellen Sie diese Figuren räumlich zueinander in Beziehung – ihre Position, Blickrichtung und Distanz zueinander bilden die innere oder äußere Dynamik ab. Durch Veränderungen der Aufstellung können neue Perspektiven und Lösungswege sichtbar werden.

Für wen eignet sich diese Methode?

Die Systemaufstellung mit Tierfiguren ist geeignet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie hilft bei der Klärung schwieriger Beziehungen, bei auffälligem oder belastendem Verhalten sowie bei psychosomatischen Krankheitssymptomen.

Während Kinder bei der Auswahl der Tiere noch ziemlich spontan und intuitiv vorgehen, versuchen Jugendliche und Erwachsene sich eher rational für die passenden Figuren zu entscheiden – und sind nicht selten überrascht, wie viel Unbewusstes sie in dieser vermeintlich bewussten Entscheidung später entdecken.

Was macht diese Methode besonders wirkungsvoll?

Der symbolische Charakter der Tiere schafft einen schützenden Abstand zum eigenen Problem. Gleichzeitig ermöglicht die bildhafte, konkrete Darstellung einen direkten emotionalen Zugang. Diese Kombination macht die Tierfiguren-Aufstellung zu einem kraftvollen Werkzeug, um festgefahrene Muster zu erkennen und Veränderungen anzustoßen – oft auf eine Weise, die über rein verbale Methoden hinausgeht.

Dipl.-Päd. Jeanette Viñals Stein

Systemische Therapeutin (SG) & Heilpraktikerin

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