Hypnose erkennen: Woran merke ich, dass ich in Hypnose bin oder war?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hypnose lässt sich an typischen Hypnosephänomenen erkennen – körperlichen und mentalen Veränderungen, die während des hypnotischen Zustands auftreten.
  • Häufige Zeichen: verzerrte Zeitwahrnehmung, Augenlidflattern, verändertes Körpergefühl (Schwere, Leichtigkeit, Kribbeln), verlangsamtes Sprechen, Geräusche treten in den Hintergrund.
  • Diese Phänomene sind individuell unterschiedlich ausgeprägt und verschwinden nach dem Verlassen der Hypnose von selbst.
  • Die Wahrnehmung dieser Zeichen bestätigt: Sie waren tatsächlich in einem veränderten Bewusstseinszustand – der Hypnose.

Woran erkenne ich, dass ich in Hypnose bin oder war?

Hypnose als Zustand lässt sich an verschiedenen Hypnosephänomenen erkennen, die – mehr oder weniger ausgeprägt – in der Regel in diesem besonderen Bewusstseinszustand eintreten. Hypnosephänomene werden während der Hypnose empfunden und sind zum Teil auch nach außen hin sichtbar.

Welche typischen Phänomene treten in Hypnose auf?

Die folgenden Zeichen und Empfindungen sind charakteristisch für den hypnotischen Zustand. Nicht jeder Mensch erlebt alle Phänomene gleich stark – sie können individuell variieren:

Verzerrte Zeitwahrnehmung

Im Zustand der Hypnose kommt es vielfach zu einer verzerrten Zeitwahrnehmung. Dies kann bedeuten, dass Ihnen die Zeit, die Sie in Hypnose verbracht haben, im Nachhinein viel länger oder aber viel kürzer vorkommt, als sie tatsächlich andauerte.

Augenbewegungen und Lidreaktionen

Gleich nach Eintreten des hypnotischen Zustands ist häufig ein unruhiges Flattern der Augenlider oder sind unruhige Bewegungen der Augäpfel hinter den geschlossenen Lidern spür- und sichtbar.

Vermehrter Schluckreflex

Ebenfalls zu Beginn der Hypnose kann es zu vermehrtem Schluckdrang kommen, der an den Kehlkopfbewegungen von außen gut zu beobachten ist.

Temperaturempfindungen

Oftmals fühlt sich während der Hypnose das Gesicht warm an, während am Körper Kühle empfunden wird, so als würde ein Lufthauch über einen hinwegwehen.

Verändertes Körpergefühl

Der Körper oder einzelne Körperteile können sich leichter, schwerer, steifer oder auf andere besondere Weise anfühlen. An Armen und Beinen kann mitunter ein „Kribbeln" oder „Prickeln" wahrgenommen werden. Das Körpergefühl kann sich insgesamt so verändern, dass es sich anfühlt, als würden Arme und Beine „verrutscht" sein oder als hätten Sie die Liege- oder Sitzposition unwissentlich verändert.

Veränderte geistige Aktivität

Die geistige Aktivität kann Ihnen wach und rege oder aber auffällig verlangsamt erscheinen – je nach Tiefe der Hypnose und individueller Reaktion.

Geräusche treten in den Hintergrund

Je tiefer der Hypnosezustand erlebt wird, desto mehr treten Umgebungsgeräusche in den Hintergrund, bis auch die begleitende Stimme der Hypnosetherapeutin wie von „weiter weg" klingt.

Verlangsamtes oder erschwertes Sprechen

Das Sprechen fällt manchmal schwer und erfolgt langsam und zeitverzögert. Einige Menschen mögen in Hypnose lieber gar nicht sprechen.

Verschwinden diese Phänomene wieder?

Ja. Diese und ähnliche Empfindungen, Wahrnehmungen und Körperreaktionen können den Zustand von Hypnose erkennen lassen. Mit dem Verlassen des hypnotischen Zustands verschwinden auch diese Hypnosephänomene von selbst wieder. Sie sind ein natürlicher Bestandteil des hypnotischen Erlebens und kein Grund zur Sorge.

Fazit: Hypnose ist ein erkennbarer, natürlicher Zustand

Die beschriebenen Phänomene zeigen Ihnen, dass Sie tatsächlich in einem veränderten Bewusstseinszustand waren. Hypnose ist kein Schlaf und kein Bewusstseinsverlust, sondern ein Zustand fokussierter Aufmerksamkeit mit charakteristischen körperlichen und mentalen Merkmalen, die Sie selbst wahrnehmen können.

Dipl.-Päd. Jeanette Viñals Stein

Systemische Therapeutin (SG) & Heilpraktikerin

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